KFV Mühldorf a. Inn

Drei Waldbrände löschen und Menschen aus dem Inn retten – damit waren 220 Hilfskräfte bei einer Großübungin Gars beschäftigt.

 


VON KARL HEINZ GÜNSTER 

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Gars – Für das Landratsamt Mühldorf war es von großem Interesse, ihre Luftbeobachter zu schulen. Sie sollen Brände aus der Luft erkennen, lokalisieren und den Helfern am Boden Informationen liefern. Das habe „überraschend gut funktioniert“, zog Klaus Braun, Leiter der Abteilung Brand- und Katastrophenschutz beim Landratsamt Mühldorf, sein Fazit. Wichtig sei auch die Koordination der Einsatzkräfte gewesen, die von einem Einsatzfahrzeug am Lengmooser Feuerwehrhaus erfolgte. Simuliert wurde ein heißer, trockener Sommertag, der bei den Behörden in eine Kategorie fällt, in der Beobachtungsflugzeuge routinemäßig aufsteigen. Gebiete sind dabei vorsorglich und systematisch auf Rauch abzusuchen. Drei dieser Rauchsäulen meldeten die Luftbeobachter, gestartet am Flugplatz in Mößling, der Rettungsleitstelle in Traunstein. Daraufhin rückten ins Garser Gemeindegebiet aus: Feuerwehren aus Lengmoos, Ramsau, Gars, Mittelgars, Au, Reichertsheim, Allmannsau, Kirchdorf, Haag, Berg, Rechtmehring und Schleefeld. Hinzu kam das Bayerische Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, die Malteser und die Haager Polizei. Beobachter von Behörden waren ebenso zugegen wie die Bundeswehr. Für sie war Oberstleutnant Peter Ruppert als Leiter des Kreisverbindungskommandos vor Ort. Seine Aufgabe war es, die Lage schnell einzuschätzen und die Helfer zu beobachten – ob sie die Herausforderung mannschaftsmäßig bewältigen können. Falls nicht, räumt die Bundeswehr Wege im Forst frei, baut Zelte für die Bevölkerung auf und liefert Verpflegung. Zu bewältigen waren Aufgaben am Waldrand nordöstlich von Lengmoos in Gänsgerbl und Penstätt. Dazu zählte die Bergung eines „verletzten“ Feuerwehrmannes. Karten waren zu studieren, Hydranten und Teiche für das Löschwasser auszumachen, lange Strecken Schlauch zu verlegen und die Aufgaben untereinander zu verteilen. Derweil sperrte Polizeihauptkommissar Otto Trautmannsberger die Straßen ab. Bei einem „richtigen“ Einsatz wünschen er und seine Kollegen sich mehr Aufmerksamkeit von den Autofahrern. Ein weiterer Simulationsfall war die leichtsinnige Bootsfahrt von „betrunkenen“ Jugendlichen; sie verunglücken auf dem Inn und müssen gerettet werden. Damit all das realistisch aussah, unterstützten Mitglieder der Hilfsorganisationen die Kräfte, während Christian Lipp aus Altötting mit jeder Menge Nebel Rauchsäulen erzeugte.